© Staatskanzlei RLP / Von Erichsen

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Erste Schritte

Was ist eine Aufnahmeeinrichtung? Wo bekomme ich Essen und Kleidung? Wie und wo kann ich Deutsch lernen? Bei diesen und weiteren Fragen helfen Ihnen die folgenden Informationen weiter.

Was ist eine Erstaufnahmeeinrichtung?

Wenn Sie als Flüchtling ohne Visum nach Deutschland einreisen, müssen Sie sich unmittelbar nach Ankunft in Deutschland in eine Erstaufnahmeeinrichtung begeben. In jedem Bundesland gibt es Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende. Auch die Grenzpolizei oder eine Ausländerbehörde kann Sie dorthin schicken. Sie können sich auch bei einer Polizeidienststelle oder in einem Rathaus melden. Dort wird man Ihnen weiterhelfen. Wichtig ist, dass Sie sich melden. Nur so können wir Ihnen helfen und Ihnen Probleme ersparen.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen (AfA) werden Sie versorgt. Dort gibt es Essen und eine Unterkunft für Sie, die Sie mit anderen Flüchtlingen teilen. Nach Ihrer Ankunft werden Sie medizinisch untersucht. Das Personal informiert Sie über alle wichtigen Fragen, die Ihnen die Ankunft in Deutschland erleichtern.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterhält in jeder Erstaufnahmeeinrichtung eine Außenstelle. Dort können Sie Ihren Asylantrag stellen.

 

 

Wie lange ist man dort untergebracht?

Durch das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz, das in weiten Teilen am 24.10.2015 in Kraft getreten ist, wurden u. a. die Regelungen über die Unterbringung in der Erstaufnahme geändert. Sofern der Antragsteller das Bundesgebiet zwischenzeitlich verlassen hatte, wird danach auch bei Asylfolgeanträgen die Verpflichtung begründet, in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu wohnen. Die mögliche Aufenthaltshöchstdauer in der Erstaufnahmeeinrichtung wird auf sechs Monate verlängert, es liegt jedoch in der Entscheidung des Landes, die Aufenthaltsdauer zu verkürzen, wenn keine ausreichenden Platzkapazitäten vorhanden sind. Rheinland-Pfalz wird auch weiterhin Asylsuchende bis zu maximal drei Monaten in der Erstaufnahme unterbringen. Asylsuchende aus sicheren Herkunftsstaaten werden dann darüber hinaus in der Erstaufnahme verbleiben, wenn sie im Rahmen des Integrierten Rückkehrmanagements betreut werden, es sei denn, humanitäre oder andere Abschiebehindernisse liegen vor. Für Asylantragsteller aus den Westbalkanstaaten besteht die Wohnsitzverpflichtung bis zur Entscheidung des BAMF. Bei einem negativen Ausgang des Asylverfahrens besteht diese Verpflichtung bis zur Ausreise oder Abschiebung fort. Eine Verteilung hat nur dann zu erfolgen, wenn die Abschiebung kurzfristig nicht möglich ist. Die Beseitigung vorübergehender Abschiebungshindernisse führt aber noch nicht zur Verteilung. In Folge der Gesetzesänderung werden damit Asylbewerber, insbesondere aus Westbalkanstaaten, als auch Asylfolgeantragsteller im Falle der Wiedereinreise für einen deutlich längeren Zeitraum in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben.

Wie sieht das Verfahren aus?
Abbildung 1: Ablauf eines Asylverfahrens

© BAMF

Wichtige Informationen für die Durchführung eines Asylverfahrens in Deutschland finden Sie in diesem Informationsblatt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie in nebenstehender Abbildung 1.

Wie sind meine Chancen in Deutschland bleiben zu können?

Die Bundesrepublik Deutschland sichert über Artikel 16a des Grundgesetzes das Recht auf Asyl zu, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Dies umfasst das Recht auf Prüfung des Antrags auf Asyl. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen das Asylrecht auf Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 basiert, gehört das Asylrecht in Deutschland zu den im Grundgesetz verbürgten Grundrechten.

Es ist klar, dass nicht jeder Antrag auf Asyl positiv beschieden wird. Individuelle Fluchtursachen, wie Armut oder Naturkatastrophen, führen in der Regel bei der Entscheidung über einen Asylantrag nicht zu einem positiven Bescheid.
Unabhängig davon, dass jeder Asylantrag sorgfältig und individuell geprüft wird, existieren unter den verschiedenen Herkunftsländern der Asylbegehrenden unterschiedliche Anerkennungsquoten. So liegen beispielsweise die Anerkennungsquoten für Antragsteller aus den Staaten des Westbalkans bei unter einem Prozent. Diese gilt es vor Asylantragstellung sowie im Verfahren zu berücksichtigen.

Die Landesregierung hat sich daher dafür eingesetzt, dass im Rahmen des am 16. Oktober 2015 verabschiedeten Gesetzespaket zum Asyl beschlossen wurde, dass Staatsangehörige von Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien die Möglichkeit erhalten, zu Zwecken der Arbeitsaufnahme oder für eine Ausbildung nach Deutschland einzureisen. Voraussetzung dafür ist, dass ein Ausbildungsplatz- oder Arbeitsangebot inklusive der Zustimmung der Arbeitsagentur vorliegt und dass der Bewerber ein zweckentsprechendes Visum im Herkunftsstaat beantragt hat. Durch diese Regelung besteht die Möglichkeit, unabhängig von einem Asylverfahren  dauerhaft nach Deutschland einzureisen. Ein zuvor gestellter Asylantrag versperrt diesen Weg.

Zudem fördert die Landesregierung im Bereich der Rückkehr von ausreisepflichtigen Personen als vorrangiges Ziel die so genannte "freiwillige" Rückkehr. Dazu dient insbesondere die Landesinitiative Rückkehr. Diese umfasst freiwillige Landesmittel und die Möglichkeit für Kommunen,
•    eigene Rückkehrprojekte zu planen und umzusetzen,
•    Rückkehrprojekte und -maßnahmen zu vergeben,
•    Konkrete Einzelfalllösungen für die Rückkehr mit dem Betroffenen zu erarbeiten

Die Landesregierung legt somit ihren Schwerpunkt auf die Förderung einer Rückkehr in Würde und mit der Möglichkeit, einer eigenständigen, gegebenenfalls geförderten Rückkehr in das Herkunftsgebiet zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen.

Was geschieht in der AfA?

Die Erstaufnahmeeinrichtung meldet Sie bei der Ausländerbehörde. Damit wird Ihr Aufenthalt in Deutschland bis auf weiteres gestattet und Sie halten sich legal in Deutschland auf. Hierfür müssen Sie Ihre persönlichen Daten angeben.

Danach wird entschieden, ob Sie in eine andere Aufnahmeeinrichtung müssen, weil es zum Beispiel vor Ort keine freien Betten mehr gibt. Bitte halten Sie sich an diese Zuweisung. Es ist wichtig für das weitere Verfahren, dass wir Sie erreichen können. Für das Verfahren gelten in ganz Deutschland die gleichen Regeln.

In der Außenstelle des BAMF können Sie einen Asylantrag stellen. Weil so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, müssen Sie damit rechnen, dass einige Zeit vergeht, bis Sie einen Antrag stellen können.

 

 

Wo bekomme ich Essen, Kleidung, Dinge des täglichen Bedarfs?

Sie erhalten in der Erstaufnahmeeinrichtung neben einer Unterkunft auch Essen und Trinken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Sie auch mit gebrauchter Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs versorgen.

Informationen zum Trinkwasser in Deutschland finden Sie in diesem Flyer.

Wo finde ich Hilfe und Beratung?

In der Erstaufnahmeeinrichtung gibt es für viele Fragen Ansprechpartner. Wenn Sie Probleme mit Erlebnissen vor und während Ihrer Flucht oder nach Ihrer Ankunft in Deutschland haben, können Sie sich an den Sozialdienst wenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort versuchen Ihnen auch zu helfen, wenn Sie Fragen zum Alltag in Deutschland haben oder sich um Ihre Familie sorgen. Nichtstaatliche Organisationen (NGO) können Sie in sozialen Belangen und bei Fragen zu Ihrem Asylantrag beraten. Übersetzer helfen bei Problemen mit Verständigung.

Wie und wo kann ich Deutsch lernen?

In vielen Erstaufnahmeeinrichtungen bieten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Sprachkurse an. Fragen Sie beim Sozialdienst nach oder informieren Sie sich auf den Informationstafeln über den Ort und die Unterrichtszeiten. Nach der Zuweisung in die Kommunen wird in den Kindertagesstätten, in den Schulen und in den Integrationskursen das Lernen der deutschen Sprache, die der Schlüssel für die Integration ist, angeboten. Im Internet finden Sie eine Vielzahl von kostenlosen Angeboten, Deutsch zu lernen.

Auch das Goethe-Institut bietet eine Vielzahl von Sprachlernangeboten an. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das kostenfreie Online-Portal "ich-will-deutsch-lernen" des Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) etwa steht jedem offen und deckt die europäischen Sprachniveaustufen A1 bis B2 ab. Zur Registrierung wird lediglich eine E-Mail-Adresse benötigt.

Auch auf den Seiten der Deutschen Welle können Flüchtlinge Deutschkurse in 30 Sprachen per E-Learning am Computer, mit Videos, Audios und Podcasts - oder ganz klassisch mit Arbeitsblättern zum Ausdrucken abrufen. 

Übungstests für die verschiedenen europäischen Sprachniveaustufen von A1 bis C2 sowie weitere Sprachlernmaterialien finden Interessierte zudem auf den Internetseiten der gemeinützigen telc GmbH, einer hundertprozentigen Volkshochschul-Tochtergesellschaft.

Gehen Kinder in den Kindergarten oder die Schule?

Ihre Kinder können während Ihres Aufenthaltes in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes in einer Spielstube spielen, singen, basteln und lernen ein wenig die deutsche Sprache kennen. Dabei werden sie von dafür ausgebildeten Menschen betreut. Für ältere Kinder (mindestens 6 Jahre) werden in vielen Erstaufnahmeeinrichtungen Deutschkurse von Lehrerinnen und Lehrern angeboten.

Nach der Zuweisung in die Kommunen besteht für Kinder ab sechs Jahren Schulpflicht, jüngere Kinder sollten eine Kindertagesstätte besuchen.

Welche gesundheitlichen Untersuchungen werden vorgenommen? Wie verhalte ich mich, wenn ich krank bin / werde?

Wenn Sie ankommen, müssen wir wissen, ob Sie krank sind. Daher müssen Sie sich von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen lassen. Sie müssen eine Probe von Ihrem Blut und eventuell auch Ihrem Stuhl abgeben und wir röntgen Ihre Lunge (Bei Schwangeren und Kindern unter 15 Jahren werden andere Untersuchungen zum Ausschluss einer Tuberkulose durchgeführt).

Sie werden in den kommenden Wochen mit sehr vielen Menschen zusammenleben und können sich leicht mit einer Krankheit anstecken. Nur wenn wir jeden gründlich untersuchen, können wir verhindern, dass Sie sich mit einer Krankheit anstecken und Krankheiten für alte Menschen und Kinder gefährlich werden.
Wir bieten Ihnen auch Impfungen gegen ansteckende Krankheiten an, die Sie wahrnehmen sollten.

Wenn Sie schwanger sind, können Sie sich ebenfalls untersuchen lassen. Sie erhalten einen Mutterpass. Im Mutterpass werden wichtige Informationen für die medizinische Versorgung von Mutter und Kind festgehalten.


Eine Übersicht zum Thema Impfen bei Kindern von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie hier.

Grundregeln des Zusammenlebens

Lernen Sie so bald wie möglich die deutsche Sprache. Nutzen Sie dazu jede Gelegenheit, die sich bietet!
In Rheinland-Pfalz gibt es Deutschkurse für alle Altersgruppen. Kinder lernen Deutsch in Kindertagesstätten, Schülerinnen und Schüler in der Schule und Erwachsene in der Volkshochschule und in den Integrationskursen des Bundes, die leider noch nicht allen Menschen offenstehen. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, dass diese Kurse weiter geöffnet werden. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Kinder in diesen Einrichtungen anmelden und Sie selbst Ihre eigene Chance zur Bildung wahrnehmen!

Beachten Sie die Regeln und Gesetze, die in Deutschland gelten!
Sie befinden sich in einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat. Das bedeutet, dass in unserem Land die Menschenrechte durch das Grundgesetz garantiert sind. Sie müssen in unserem Rechtsstaat keine Willkür fürchten.
Unsere freiheitliche demokratische Grundordnung steht für niemanden zur Disposition. "Die Würde des Menschen ist unantastbar" ist der erste und wichtigste Satz des Grundgesetzes. Er bedeutet, dass jeder Mensch gleich welcher Unterschiede in Geschlecht, Herkunft, Religion, politischer Anschauung oder sexueller Orientierung den gleichen Wert hat, ihm der gleiche Respekt entgegen zu bringen ist und alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Auf diesen Grundprinzipien beruhen die in Deutschland erlassenen und geltenden Regeln und Gesetze. Ihnen sind Regierung, Rechtsprechung und Verwaltung verpflichtet.

Tolerieren Sie andere Meinungen, andere Weltanschauungen, andere religiöse Einstellungen!
In Rheinland-Pfalz gibt es Religionsfreiheit, d.h. die Freiheit, eine Religion zu haben oder nicht zu haben und dieses auch zu bekennen bzw. nicht zu bekennen, solange die Rechte anderer Menschen dabei nicht verletzt werden. Meinungsfreiheit bedeutet, dass insbesondere auch solche Meinungen, die persönlich nicht gefallen, geäußert werden dürfen, solange die Grenze zur Diskriminierung, Bedrohung oder Beleidigung nicht überschritten wird. Sollten Sie sich diskriminiert, bedroht oder beleidigt fühlen, sind für die Klärung Polizei und Justiz zuständig. Nutzen Sie die Chance, dass ein friedliches Miteinander der Religionen möglich ist und tragen Sie selbst dazu bei, dass niemand deswegen benachteiligt wird! Die rheinland-pfälzische Landesregierung pflegt im interreligiösen Dialog das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften und trägt dadurch zum gegenseitigen Verständnis und dem guten Zusammenleben zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften bei.

Nehmen Sie die Tatsache, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, sehr ernst!
In Deutschland  sind Männer und Frauen gleichberechtigt, beide Geschlechter haben die gleichen Rechte und Pflichten. Dies bedeutet, dass Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden und nicht benachteiligt werden dürfen. Die Gleichheit der Geschlechter bedeutet auch, dass Frauen zum Beispiel in Bildungsfragen nicht benachteiligt werden dürfen, dass Frauen die gleichen demokratischen Rechte wie Männer haben und dass Frauen mit demselben Respekt behandelt werden müssen wie Männer. Dieser Respekt wird verletzt, wenn Frauen ohne ihre ausdrückliche Zustimmung berührt oder sie ungebührlich und herabwürdigen angesprochen werden. Dies gilt ohne Einschränkung, auch wenn Frauen oder Männer freizügiger gekleidet sind, als Sie es aus Ihrer Heimat gewohnt sind. Die freie Entscheidung über die Wahl der Kleidung ist ebenfalls Ausdruck unserer persönlichen Freiheit. 

Respektieren Sie, dass in Deutschland jeder lieben kann, wen er möchte. Akzeptieren Sie, dass jeder sein Leben so gestalten kann, wie er möchte, solange er die Rechte anderer nicht verletzt!
In ganz Deutschland dürfen Männer Männer lieben und Frauen Frauen lieben. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, dass diese Paare auch die gleichen Rechte wie andere Paare haben und auch heiraten dürfen.

Zusammen Leben, heißt auch, zusammen Feste feiern
In vielen Gemeinden in Rheinland-Pfalz wird vor Beginn der Fastenzeit in Hallen und auf der Straße die Fastnacht oder auch Karneval gefeiert. Die Menschen verkleiden sich, tanzen und feiern fröhlich. Auch wenn Frauen und Männer mitunter freizügig gekleidet sind, gelten Regeln, die beachtet werden müssen. Die Polizei hat einen Flyer erstellt, der Ihnen diese Regeln erklärt.

Welche persönlichen Freiheiten habe ich und was muss ich für ein geordnetes Zusammenleben beachten?

In der Erstaufnahmeeinrichtung können Sie viele Beratungsangebote wahrnehmen. Dort werden Sie auch darüber informiert, wo Sie sich melden müssen und wo Sie sich aufhalten dürfen. Da sehr viele Flüchtlinge derzeit in Deutschland eintreffen und Asyl beantragen, müssen die Abläufe gut organisiert werden und mit Wartezeiten müssen Sie rechnen. In der Erstaufnahmeeinrichtung werden Sie viele Menschen treffen, die wie Sie eine sehr schwere Zeit hinter sich haben. Sie kommen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Begegnen Sie Ihnen mit Toleranz und Respekt.

Freiheit ist uns in Deutschland sehr wichtig und wir machen uns seit vielen Jahren dafür stark. Das bedeutet, dass jeder Mensch in Deutschland seine Religion so leben kann, wie er das möchte und solange die Rechte anderer beachtet. Meinungsfreiheit bedeutet, dass insbesondere auch solche Meinungen, die persönlich nicht gefallen, geäußert werden dürfen. Sollte sich jemand diskriminiert, bedroht oder beleidigt fühlen, sind für die Klärung Polizei und Justiz zuständig.

Wenn Sie den Grundsatz beherzigen „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“ oder anders ausgedrückt „Wünsche den Menschen nur, was du dir selbst wünschst“, leisten Sie einen großen Beitrag für ein friedvolles Miteinander. Bei Problemen bitten Sie den Sozialdienst um Hilfe. In der Öffentlichkeit können Sie sich vertrauensvoll an die Polizei wenden. Streit oder Gewalt helfen meist nicht, das Problem zu lösen.

In der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland sind die grundlegenden staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Die Artikel des Grundgesetzes stehen über allen anderen deutschen Rechtsnormen. Das Grundgesetz in Ihrer Sprache finden Sie hier.

Viele Regeln werden Ihnen auch in der neuen App „Ankommen“ erläutert, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gemeinsam mit Partnern entwickelt hat. Auch die Broschüre „Willkommen in Deutschland“ gibt Ihnen wertvolle Tipps. Die App und auch die Broschüre wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Was bedeutet Gleichberechtigung?

In Deutschland  sind Männer und Frauen gleichberechtigt, beide Geschlechter haben die gleichen Rechte und Pflichten. Dies bedeutet, dass Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden und nicht benachteiligt werden dürfen. Die Gleichheit der Geschlechter bedeutet auch, dass Frauen zum Beispiel in Bildungsfragen nicht benachteiligt werden dürfen, dass Frauen die gleichen demokratischen Rechte wie Männer haben und dass Frauen mit demselben Respekt behandelt werden müssen wie Männer.

In Deutschland Frauen und Männer üben die gleichen Berufe aus, z. B. Ärztinnen, Richterinnen, Behördenmitarbeiterinnen. Daher gilt es, eine Frau als zuständige Ansprechperson zu respektieren.

Welche eigenen Pflichten habe ich?

Damit das BAMF über Ihren Asylantrag entscheiden kann, muss es verschiedene Informationen prüfen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen wissen, wer Sie sind, woher Sie kommen, warum Sie Ihre Heimat verlassen mussten und wie Sie nach Deutschland geflüchtet sind. Dokumente aus Ihrem Heimatland und die Sie im Verlauf Ihrer Flucht erhalten haben, helfen uns dabei. Für die Bearbeitung Ihres Antrags müssen Sie an der Klärung dieser Fragen mitwirken.

Sie müssen auch Auskunft über Ihr Vermögen geben, damit überprüft werden kann, welche Hilfe Sie brauchen. Nur wer nicht für sich selbst sorgen kann, erhält in Deutschland eine Unterstützung.
Es ist möglich, dass Sie von der Polizei oder Behörden kontrolliert werden. Diese Kontrollen sind erlaubt. Sie brauchen sich nicht davor zu fürchten. Wichtig ist, dass Sie immer Ihr aktuelles Aufenthaltsdokument bei sich führen. Damit können Sie z. B. der Polizei zeigen, dass Sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten.

Bleiben Sie in der Unterkunft, die Ihnen zugewiesen wurde, damit wir Sie sicher und schnell erreichen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass eine wichtige Frist verstreicht und Nachteile für Sie entstehen. Wenn Sie Fragen oder Probleme in der Unterkunft haben, wenden Sie sich an den Sozialdienst. Dieser wird Ihnen helfen.

Für das Zusammenleben in Deutschland gibt es Regeln und auch Verbote, die für alle gelten. Viele werden sie aus Ihrer Heimat kennen. Andere sind vielleicht neu für Sie.

Kann ich arbeiten?

Unser Ziel ist es, dass anerkannte Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge sich ein Leben in Sicherheit aufbauen und für sich selbst sorgen können. Sie können daher freiwillig an einer Befragung zu Ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung in der Erstaufnahmeeinrichtung teilnehmen. Diese Informationen helfen, Sie bei der Suche einer Arbeit zu unterstützen, wenn Sie später einer Gemeinde zugewiesen sind. Was und ab wann Sie arbeiten dürfen ist Gesetzen geregelt. Es steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen Sie auf die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes vorbereitet werden können. Insbesondere ist es dringend erforderlich, dass Sie über grundlegende Sprachkenntnisse verfügen. Für die Teilnahme an diesen vorbereitenden Angeboten müssen Fristen beachtet und Voraussetzungen erfüllt werden, die von der zuständigen Arbeitsagentur und der Ausländerbehörde zuvor geprüft werden.

Während Ihres Aufenthalts in einer Aufnahmeeinrichtung fallen auch viele Arbeiten an. Vielleicht können Sie hier mithelfen. Fragen Sie den Sozialdienst in Ihrer Einrichtung und berichten Sie von Ihrem Interesse!

Kann meine Familie auch nach Deutschland kommen?

Viele Flüchtlinge machen sich große Sorgen, wenn ein Teil Ihrer Familie noch den Gefahren in Ihrer Heimat ausgesetzt ist und wünschen sich, dass ihre Angehörigen auch nach Deutschland kommen können. Nach dem Aufenthaltsgesetz ist es für Ausländer möglich, im Rahmen des sogenannten "Familiennachzugs" ihre Familienangehörigen nach Deutschland zu holen. Voraussetzung ist, dass sie im Besitz eines Aufenthaltstitels sind z. B. der Asylantrag anerkannt wurde, über ausreichend Wohnraum verfügen und den Lebensunterhalt ihrer Familie sich können. In der Regel ist der Familiennachzug nur für Ehegatten und minderjährige ledige Kinder möglich. In Ausnahmefällen kann zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte jedoch auch sonstigen Familienangehörigen der Nachzug ermöglicht werden. Der hier lebende Familienangehörige muss dann aber für Unterkunft, Lebensunterhalt und Krankenversicherung aufkommen. Zuständig hierfür ist die jeweilige Ausländerbehörde der Kommune.


Auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge finden Sie weitere Informationen zum Familiennachzug. Syrische Flüchtlinge können sich auf der Seite des Auswärtigen Amtes informieren und sowohl die fristwahrende Anzeige (§ 29 Abs. 2 Nr. 1 AufenthG) als auch einen Visumsantrag stellen. Die Seite ist in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch verfügbar.

App "Ankommen - ein Wegbegleiter für die ersten Wochen in Deutschland"
Das Portal mit den aktuellen Daten, Fakten und Informationen über Deutschland
Seelefon

© Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

Wie geht es Ihnen?
Sie leben in einer völlig neuen Situation nach Ihrer Flucht. Viele Eindrücke der neuen Umgebung verunsichern Sie. Ihr Kind sitzt betrübt am Rande und grübelt vor sich hin. Ihr Partner schläft nachts unruhig und erzählt morgens von Alpträumen. Sie leben selbst in ständiger Angst, die ganz alltägliche Aktivitäten beeinträchtigt. Sie spüren, dass Sie Unterstützung brauchen.

Wie wir helfen können
Mit unserem „SeeleFon“, dem bundesweiten telefonischen und elektronischen Selbsthilfeangebot, unterstützen wir psychisch erkrankte Menschen sowie deren Angehörige.

Ihre Nummer zum seelischen Gleichgewicht
0228 / 71002425
Montags, dienstags, mittwochs: 10 bis 12 Uhr sowie
14 bis 15 Uhr